Die neue Art der Innovationsförderung

Der Bund hat zum 01. Januar 2020 eine Steuerliche Forschungszulage für alle Unternehmen in Deutschland eingeführt.

Um die Attraktivität des Forschungs- und Innovationsstandorts Deutschland noch weiter zu erhöhen, hat der Bund seit 01. Januar 2020 die Steuerliche Forschungszulage für Unternehmen jeder Größe in Deutschland eingeführt. Somit sollen in Deutschland die durchschnittlichen Investitionen in Forschung und  Entwicklung von aktuell 3 auf 3,5 % vom Unternehmensumsatz gesteigert werden. Mit diesem Förderinstrument können Unternehmen Steuervergünstigungen von bis zu einer Million Euro erhalten, wenn sie in Forschung und Entwicklung investieren – dabei spielt es keine Rolle, ob das Unternehmen gerade Gewinne oder Verluste schreibt.
Dies ist eine völlig neue Art der Innovationsförderung in Deutschland. Unternehmen können hier auch rückwirkend Forschungszulage für Projekte beantragen, sofern diese nicht vor Januar 2020 gestartet wurden. Eine schnelle Umsetzung des Vorhabens ist somit garantiert. Hinsichtlich der Förderthemen existieren keine Einschränkungen. Genauso bestehen keine Einschränkungen bezüglich der Innovationshöhe. Es werden Projekte aus der Grundlagenforschung wie auch aus der industriellen Entwicklung gefördert. 
Um die Förderung in Anspruch nehmen zu können, muss ein konkretes Vorhaben definiert und benannt werden. Erfüllt das Projekt die Forschungs- und Entwicklungskriterien, erhält das antragstellende Unternehmen eine Bescheinigung mit Rechtsanspruch auf eine Steuergutschrift.
Die Innovationsbescheinigung ist beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Die Anrechnung oder (in Verlustjahren) auch Auszahlung erfolgt mit der nächsten Einkommen oder Körperschaftssteuerfestsetzung. Grundlage hierfür bildet eine systematische Erfassung und eine übersichtliche, eindeutige und nachvollziehbare Dokumentation aller projektrelevanten Aufwendungen in elektronischer oder auch Papierform. Aufzeichnungen über geleistete Arbeitsstunden, die diese eindeutig und zeitnah belegen, sind dafür nötig.
Gefördert werden können interne FuE-Aufwendungen für Löhne und Gehälter mit 25 % sowie externe FuE-Aufwendungen (inkl. Sachkosten) mit bis zu 15 %. Insgesamt können Unternehmen Aufwendungen von bis zu 4 Mio. Euro pro Geschäftsjahr geltend machen, was einer Forschungszulage von 1 Mio. Euro entspricht.
Doch auch die "klassische" Projektförderung hat nach wie vor seine Berechtigung. Sie bietet den Vorteil, dass hier zum einen höhere Fördersummen erzielt werden können (durch Gemeinkostenzuschläge, Berücksichtigung weiterer Kosten, wie z. B. Materialkosten, Reisekosten), zum anderen bringen seitherige Förderprogramme einen erheblichen Liquiditätsvorteil mit sich. Hier wird die Förderung in der Regel im Drei-Monats-Turnus ausbezahlt, während bei der Forschungszulage die "Rückzahlung" erst mit großer Verzögerung erfolgt. Daher empfiehlt sich eine langfristige Entwicklungsprojektstrategie und die Inanspruchnahme möglichst beider Instrumente, um einen optimalen FuE-Fördermix zu erreichen.

Stand 02/2021                         

Quelle und weitere Infos bei:

EurA AG / Passauer Str. 9 / 84347 Pfarrkirchen

Herr David Kroneder
Tel. 08561 / 918-1872,
E-Mail: david.kroneder[at]eura-ag.de 
https://www.steuerliche-forschungszulage.de

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