KUHproKLIMA - Innovative Strategien für eine ressourcenschonende und resiliente Grünlandbewirtschaftung

Neben den überwiegend bekannten Aufgaben und Projekten der Stiftung zählen auch die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie des Tierschutzes und des Tierwohls zu den Stiftungszwecken der Hans Lindner Stiftung.

 

Unter diesem Hintergrund beteiligen wir uns am Projekt KUHproKLIMA, das durch die beiden Initiatorinnen Christine Bajohr (KugelSüdhangHof) und Franziska Hanko (M. sc. für Umweltplanung und Ingenieurökologie) und acht Milchviehbetriebe aus dem Oberallgäu (4 Demeter- und 4 Biolandbetriebe) sowie in Kooperation mit der ANL (Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege) und der TU München (Lehrstuhl für Bodenkunde) ins Leben gerufen wurde. Die Projektpartner haben sich im Rahmen eines EIP-Agri-Forschungsprojekts zur „Operationellen Gruppe Grünland“ zusammengeschlossen. Die Hans Lindner Stiftung kümmert sich um die finanzielle Abwicklung des Förderprogramms als sog. Leadpartner.

 

Acht Betriebe in der Voralpenregion wagen neue Schritte in Richtung einer klimafreundlichen Milchviehhaltung
Die Wiederherstellung intakter Ökosystemprozesse ist essenziell, um den fortschreitenden Klimawandel aufzuhalten. So liegt das Hauptziel des Projektes darin, zu untersuchen, inwiefern eine regenerativ ausgerichtete Grünlandbewirtschaftung positive Auswirkungen auf unser Klima haben können. Der Fokus liegt dabei auf einem ganzheitlichen Weidemanagement, der Verbesserung biodiversitätsfördernder und standortangepasster Landschaftsstrukturen sowie der gezielten Förderung eines aktiven Bodenlebens. Dem Projekt liegt dabei der Ansatz zugrunde, dass sich Graslandschaften und Weidetiere unter wechselseitiger Beeinflussung entwickelt haben. Der Einfluss einer nur kurz an einem Ort grasenden Herde fördert die Prozesse des Wurzelwachstums und des Bodenlebens (Humusbildung) sowie die Pflanzen- bzw. die Insektenvielfalt. Ausreichend lange Regenerationsphasen sorgen dafür, dass sich mehr Blattmasse entwickeln kann, verschiedene Pflanzen zur Samenreife gelangen und sich mehr unterirdische Biomasse entwickelt. Dies bringt Vorteile auch während der immer länger andauernden Trockenperioden.

Die von Wissenschaftlern und Landwirten gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse werden am Ende des Projekts in einem praktischen Leitfaden vorgestellt 
Ein Schwerpunkt des Projekts ist es, zu den relevanten Themen wie z. B. den Ökosystemfunktionen, dem Bodenleben oder der Landplanung durch Workshops, Webinare und Feldtage Wissen zu vermitteln sowie Erfahrungen auszutauschen. Nach umfangreichen Ausgangsanalysen von Standort, Herde, Vegetationstyp und Infrastruktur haben die teilnehmenden Betriebsleiter passende Strategien und Pläne entwickelt. Ziel dabei ist, die Grünlandbewirtschaftung an die Gegebenheiten vor Ort bestmöglich anzupassen und die vorhandenen Potenziale auszuschöpfen. Dabei werden alle ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekte berücksichtigt. Bisher wurden auf jedem Betrieb Testflächen angelegt und Kohlenstoffuntersuchungen vorgenommen. Weitere Bodenanalysen und regelmäßige Kartierungen von Pflanzenbestand und Insekten vervollständigen das Bild. Jedes Jahr wird ein neuer Weideplan erstellt und bei Bedarf angepasst. Sämtliche Maßnahmen werden sowohl von den Landwirten als auch von wissenschaftlicher Seite her dokumentiert. Die Ergebnisse fließen zum Schluss in einen kostenlosen Best-Practice-Leitfaden ein, der dazu ermutigen soll, sich auf eine klima- und biodiversitätsfreundliche Grünlandbewirtschaftung einzulassen.

Das Projekt kann durch Spenden unterstützt werden (https://www.kuhproklima.de/crowdfunding.html).  

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