Existenzgründung und der passende Zeitpunkt zur Kündigung des Jobs

Für viele künftige Selbständige steht zu Beginn Ihrer Berufslaufbahn klassischerweise ein Angestelltenverhältnis, oftmals beginnend mit einer Ausbildung. Nach einigen Jahren im Beruf, die Zeit zum Sammeln von Erfahrung und Ersparnissen ermöglichen, kristallisiert sich für manche Menschen aus verschiedensten Gründen der Wunsch nach der eigenen Selbständigkeit heraus.

 

Damit einhergehend muss nach einer gewissen Vorbereitungs- und Findungsphase irgendwann die Entscheidung getroffen werden, das sichere Angestelltenverhältnis zu kündigen und sein eigenes Vorhaben auf die Beine zu stellen. In eben genannter Vorbereitungs- und Findungsphase bietet sich der Nebenerwerb als bewährtes Mittel an, seine Selbständigkeit schon zu starten, jedoch noch die finanzielle Absicherung durch das Angestelltenverhältnis zu haben. Doch auch im Nebenerwerb, der die Entwicklung des Vorhabens zeitlich natürlich in gewisser Weise ausbremsen kann, stellt sich irgendwann die Frage, ob und wann der Schritt in den Vollerwerb gewagt werden soll.

Wann dann genau der richtige Zeitpunkt ist, was faktisch nichts anderes bedeutet, als in dem bisherigen Job zu kündigen, ist durchaus von einigen Faktoren abhängig: So sollte die Person selbst grundsätzlich Selbständigen-Qualitäten mitbringen. Nicht nur unternehmerisches Denken ist wichtig, sondern auch die Persönlichkeit muss passen. Ist man bereit Risiken einzugehen und kann man kurzfristig alleine wichtige Entscheidungen treffen? Ebenso sind eine hohe Motivation und die Überzeugung vom eigenen Vorhaben enorm wichtig. Daneben spielen das persönliche Umfeld und die eigenen Lebensumstände eine wichtige Rolle. Inmitten einer persönlichen Krise das Angestelltenverhältnis zu kündigen mag nicht optimal sein, da die Energie und Zeit womöglich nicht voll in die Existenzgründung bzw. die Lösung der Krise investiert werden können.

Abgesehen von den persönlichen Umständen muss die Geschäftsidee an sich stimmig sein. Am Markt sollte Nachfrage nach dem Produkt/der Dienstleistung vorhanden sein, es sollte weit genug ausgereift sein, um es tatsächlich verkaufen zu können. Es sollten also alle möglichen Facetten und Gesichtspunkte zumindest einmal durchgeplant und durchgedacht werden. Hilfreich dabei kann immer ein Businessplan sein. Im Zuge dieser Überlegungen sollte auch an die Realisierbarkeit im Hinblick auf vorhandene Ressourcen in Form von Wissen oder finanziellen Mitteln gedacht werden. Wenn es hier noch Handlungsbedarf gibt, sollte man sich passende Unterstützer suchen und das Vorhaben so weiterentwickeln.

Zur Erstellung eines Businessplans gehört auch die Erstellung einer Finanzplanung, der man sich unbedingt widmen sollte. Für viele Vorhaben ist es im Vorfeld nötig, gewissen Investitionen zu tätigen. Sei es die Warenerstausstattung, Kosten für Marketing oder eine Maschine.  Auch müssen sich in Zukunft alle Lebenshaltungskosten inklusive den Krankenversicherungsbeiträgen ohne Angestelltenverhältnis aus dem eigenen Unternehmen finanzieren. Um all dies im Vornherein durchzurechnen und mögliche Liquiditätsengpässe aufzuzeigen, empfiehlt sich diese Kalkulation als Entscheidungshilfe vor einer Kündigung unbedingt.

Wenn es neben diesen Gesichtspunkten keine weiteren einschränkenden Gründe gibt, kann man sich ganz realistisch mit der Kündigung seines Arbeitsverhältnisses auseinandersetzen. Eine Selbständigkeit ist immer eine spannende Reise, die mit einem gewissen Risiko verbunden ist, jedoch für einige Menschen genau die richtige Entscheidung.

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